Fußball einmal ganz anders: D1 und D2 erleben Blindenfußball hautnah
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Fußball einmal ganz anders: D1 und D2 erleben Blindenfußball hautnah

Wie fühlt es sich an, Fußball zu spielen, ohne den Ball und die Mitspieler sehen zu können? Genau das durften unsere D1- und D2-Junioren bei einer ganz besonderen Trainingseinheit erleben.

Zu Gast war Tim Stübbe, der seit mittlerweile zehn Jahren Blindenfußball spielt und für Blau-Gelb Marburg in der Blindenfußball-Bundesliga aufläuft. Für unsere D-Jugend war sein Besuch gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Tim ist der Bruder unseres D-Jugendtrainers Niclas Willer und konnte den Kindern den Blindenfußball daher nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus ganz persönlicher Perspektive näherbringen.

Nach einer kurzen Einführung ging es direkt auf den Platz. Schnell wurde deutlich, dass beim Blindenfußball ganz andere Fähigkeiten gefragt sind als im gewohnten Trainingsalltag. Hören, Orientierung, Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen spielen eine zentrale Rolle. Ohne die gewohnte visuelle Orientierung werden selbst einfache Aufgaben plötzlich zu einer echten Herausforderung.

Eine wichtige Hilfe ist dabei der besondere Ball: Gespielt wird mit einem Rasselball, der durch Geräusche verrät, wo er sich gerade befindet. Die Spieler müssen deshalb sehr genau hinhören, um den Ball wahrzunehmen und sich auf dem Spielfeld zu orientieren.

Auch im direkten Zweikampf spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle. Aus Gründen des Fairplays und der Sicherheit müssen sich die Gegenspieler durch einen vereinbarten Ausruf bemerkbar machen. So weiß der Spieler am Ball, wo sich ein Gegenspieler befindet und aus welcher Richtung dieser sich nähert. Für unsere D-Jugendlichen war das zunächst ungewohnt, zeigte aber eindrucksvoll, wie wichtig Rücksichtnahme und Kommunikation beim Blindenfußball sind.

In verschiedenen Übungen konnten unsere Spieler selbst ausprobieren, wie wichtig klare Ansagen, Konzentration und das Vertrauen in die Mitspieler sind. Dabei kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz. Gleichzeitig entstand aber auch viel Respekt für die Leistung, die Blindenfußballer Woche für Woche auf dem Platz zeigen.

Dass Blindenfußball in Deutschland noch immer eine vergleichsweise kleine Sportart ist, macht den Besuch umso besonderer. Bundesweit gibt es nur rund 100 Blindenfußballer. Für unsere D1 und D2 war es daher eine seltene Gelegenheit, diese faszinierende Variante des Fußballs direkt von einem erfahrenen Bundesligaspieler kennenzulernen.

Und für Tim selbst steht bereits das nächste große sportliche Highlight bevor: Am kommenden Samstag kann er mit Blau-Gelb Marburg zum zweiten Mal Deutscher Meister werden. Natürlich drücken wir ihm und seinem Team dafür fest die Daumen!

Die Trainingseinheit hat unseren Spielern eindrucksvoll gezeigt, dass Fußball weit mehr ist als Technik, Tempo und Tore. Es geht ebenso um Vertrauen, Teamwork, Kommunikation, Fairplay und gegenseitige Unterstützung.

Vielen Dank an Tim Stübbe für seinen Besuch, die spannende Trainingseinheit und die vielen interessanten Einblicke in den Blindenfußball. Für den kommenden Samstag wünschen wir ihm und Blau-Gelb Marburg viel Erfolg auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft!